Zweite Bottroper Integrationskonferenz zog Zwischenbilanz

Beigeordneter Paul Ketzer

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Die zweite Integrationskonferenz hat am Freitag, dem 21. November ein erstes Resümee aus der bisherigen Arbeit gezogen. Vorgestellt wurden die Ergebnisse aus sieben Arbeitsgruppen, die sich im Zuge der ersten Integrationskonferenz vor rund einem Jahr gegründet hatten. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort von Paul Ketzer, Beigeordneter der Stadt Bottrop, und Kutlay Yergök, Vorsitzender des Integrationsrates.

Beigeordneter Paul Ketzer betonte in seinem Grußwort, dass mit der Schaffung des Referates für Integration, eine erste Konsequenz aus dem bisherigem Diskussionsprozess gezogen wurde. Es sei notwendig gewesen, für alle Fragen der Einwanderung und Integration eine einheitliche Anlaufstelle zu schaffen. "Die Frage der Integration wird für uns eine ständige Aufgabe, der wir uns stellen müssen", so Ketzer. Schnelle Erfolge durch einmalige Maßnahmen seien nicht zu erwarten. Vielmehr gelte es, jetzt einen Prozess in Gang zusetzen, der seine Zeit brauche, um Erfolg zu haben.


Auf der Konferenz wurden auch aktuelle Zahlen zur gegenwärtigen Situation vorgelegt. Diese zeigen, dass in den Stadtteilen mit den höchsten Anteilen von Migranten, das Problem des Zuzugs und der Integration überlagert wird vom Effekt des demographischen Wandels der Bevölkerung insgesamt. So liegt beispielsweise der Anteil der Migranten in Batenbrock-Süd insgesamt bei 28,5 Prozent. Bei den Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren liegt er aber bereits bei 55,3 Prozent. Auch in anderen Stadtteilen wie Altstadt, Ebel und Welheim liegt der Anteil dieser Altergruppe im Bereich von 40 bis 50 Prozent. Das bedeutet, so das Fazit, dass man hier kaum noch von Minderheiten reden kann.

Um auf diese sich verändernde Situation zu reagieren wurden erste Handlungsempfehlungen aus den Arbeitsgruppen vorgestellt. So wurde empfohlen, ein ganzheitliches Konzept zur Sprachförderung zu entwickeln. Dieses soll sich an alle Altergruppen richten und nicht nur Kinder sondern auch Erwachsene bis ins fortgeschrittene Alter ansprechen. Einbezogen werden sollen dabei alle Akteure, die in Kontakt mit den Zielgruppen stehen. Dazu gehören Lehrer, Erzieher und Betreuer.

Ein weiterer Vorschlag ist, dass zukünftig alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit Publikumsverkehr Schulungen im Umgang mit Migranten belegen sollen. Gerade auch in diesem Bereich habe es in der Vergangenheit Defizite gegeben. Weiterhin wurde vorgeschlagen, den Anteil der Migranten an den Beschäftigten der Stadt zu erhöhen. Derzeit seien dies nur drei Prozent. Zukünftig sollen verstärkt Kinder aus Migrationsfamilien für die Ausbildungsberufe bei der Stadt Bottrop interessiert werden.

In den Stadtteilen sollen zudem Ansprechstellen geschaffen werden, so eine weitere Handlungsempfehlung. Diese sollten als Leitstelle für alle Fragen im Umgang mit den Behörden dienen. Zudem sollen bei der Geburt von Kindern die Familien gezielt Hausbesuche bekommen, um in Bezug auf Gesundheitsfürsorge und Kindsentwicklung früh eingreifen zu können.

Im weiteren Verlauf sollen die Arbeitsgruppen sich nun auf die Stadtteile konzentrieren. Der Abschluss des Projektes soll 2010 sein.

(23.11.2008)