Feuerwehr funkt bald Digital
Neue Geräte bestehen Leistungstest
Wie hilfreich die technische Umstellung für Bottrop ist, hat jüngst eine Untersuchung von vier Studenten der Hochschule Ruhr West (HRW) gezeigt. Sie unterzogen den Digitalfunk einem Stresstest. Die schwierigsten Bedingungen für Funkwellen fanden sie unter dicken Stahlbetonmauern in der Tiefgarage des Kaufland-Gebäudes.
Dort gab es im 2. Untergeschoss einige Stellen, an denen mit den digitalen Funkgeräten gar kein Empfang möglich war. "Die digitalen Geräte haben also keine höhere Reichweite als die analogen, aber zur Verstärkung genügt ein weiteres Gerät (im "Repeatermodus"), um im ganzen Kauflandgebäude digital zu kommunizieren", lautete die Erkenntnis der Studenten.
Ein weiterer Vorteil des neuen Funkgerätes ist der Sprachfilter. Steht der Feuerwehrmann beispielsweise neben einer lauten Pumpe, werden diese Geräusche einfach ausgefiltert. Übermittelt wird nur die Sprache. Zeitraubendes Nachfragen bei nur bruchstückhaft übermittelten Gesprächsfetzen entfällt künftig. Hans-Peter Labrenz, Spezialist für Digitalfunk bei der Bottroper Feuerwehr, ist von den technischen Möglichkeiten beeindruckt. Hinzu kommt, dass das Digitalfunknetz nun auch weiße Flecken in Stadtgebiet abdeckt. "Mit dem Digitalfunk können wir nun Gebiete wie Vonderort abdecken. Dort hatten wir immer Probleme mit der Verständigung mit den Fahrzeugen und Männern", sagte Hans-Peter Labrenz.
In die Umstellung sind die Berufsfeuerwehr Bottrop und die Freiwilligen Feuerwehren gleichermaßen eingebunden. Von beiden Feuerwehren werden die Geräte zurzeit noch auf ihre Einsatztauglichkeit getestet. Die endgültige Einführung erfolgt schrittweise. Zunächst werden Leitstelle und die Einsatzleitwagen mit den neuen Geräten umgerüstet. Dann erhält zunächst der bei der Feuerwehr angesiedelte Rettungsdienst die Funkgeräte und abschließend wird der Fund beim Brandschutz digital.
In den vergangenen Jahren wurde deutschlandweit das digitale Funknetz für Rettungsdienste und Polizei aufgebaut. Die Stadt muss die benötigten Handfunkgeräte und Funkanlagen selbst kaufen. Es wird allerdings noch einige Jahre dauern bis das Funknetz ganz Deutschland erfasst. Hans-Peter Labrenz sieht die Bottroper Feuerwehr deshalb gut im Zeitplan. "Es ist wichtig, dass wir einen Schritt nach dem Anderen machen, da das bundesweite Netz noch nicht komplett fertig gestellt ist", so der Feuerwehrmann. In Bottrop wird es noch drei bis fünf Jahre dauern, bis der Digitalfunk die alten, analogen Geräte komplett ersetzt hat. Bis dahin werden die beiden Netze parallel betrieben.
(13.01.2012)

