Kasperiade eröffnet
Mit einer Aufführungsreihe im Kulturzentrum-August-Everding zwischen Sonntag 7. März bis Dienstag, 9. März, wurde in Bottrop die Kasperiade eröffnet. Das Festival, das den Namen der zentralen Figur, um die es geht, trägt, ist ein Projekt im Rahmen der Ruhr2010.
Zentraler Gedanke ist, dass die Figur des Kaspers in ganz Europa bekannt ist. Zwar firmiert er in anderen Ländern unter anderem Namen, stellt aber doch ein kulturelles Bindeglied für Europa dar. "Kasper hat europaweit viele verschiedene Namen. Überall aber ist er eine Art Sprachrohr des Volkes. Deshalb ist er auf eine besondere Weise Vermittler der europäischen Integration", sagt Oberbürgermeister Bernd Tischler bei der Eröffnung des Festivals.
In der Tat ist der Kasper die Puppentheaterfigur schlechthin, mit hoher Identifikationsbildung beim Publikum. Es ist eine Figur, die ausspricht, was alle denken, mit einem Hang zum Querulanten und Anarchisten. Dabei ist er im Handlungsstrang universell einsetzbar. So sieht es auch Stephan Schlafke, Vorsitzender des deutschen Zentrums der Union Internationale de la Marionnette (UNIMA) und künstlerischer Leiter des Lübecker Figurentheaters. "Der Kasper kann viel, von der Verkehrserziehung bis hin zum Erlegen eines Krokodils. Klar ist aber, dass er jetzt eine Renaissance erlebt."
Cengiz Özek, Leiter des Figurentheaters Istanbul. Özek ist einer der renommiertesten Künstler auf dem Gebiet der Schattenfiguren. Er ist der besten Karagöz-Spieler der Türkei. Der Karagöz ist das türkische Pendant zum Kasper." Der Karagöz ist eine löbliche Figur. Er spricht mit dem Volk und überbringt frohe Botschaften"; sagt er.
(12.03.2010)

