Programm für Nacht der offenen Gotteshäuser steht
Das Programm für die "Nacht der offenen Gotteshäuser" steht. Am 18. Juni wird es in 17 Kirchen und vier Moscheen viele spirituelle und kulturelle Aktionen im Rahmen der "Local Heroes"-Woche geben. Die Initiatoren präsentierten am Dienstag, 18. Mai, im katholischen Stadthaus das Programm erstmals der Öffentlichkeit. Das Angebot reicht von Konzerten mit Werken von Mozart bis hin zu Theateraufführungen in der Kirche und enthält viele Mitmachaktionen.
Zum Organisationskreis zählen der katholische Stadtdechant Johannes Knoblauch, der evangelische Pfarrer Ulrich Schulte, Katholikenratsvorsitzende Rita Brauckmann sowie die beiden kirchlichen Kulturbeauftragten Gerhard Reinhold und Andreas Pläsken. Nurettin Bozkurt war als Vertreter der DITIB-Moschee gekommen, um die Besonderheit der Veranstaltung zu unterstreichen, die sich nicht nur auf christliche Kirchen erstreckt.
"Uns kam es darauf an, die Aktion auf breite Füße zu stellen", sagt Pfarrer Schulte. "Es war deswegen von Beginn an unser Bemühen, nicht nur christliche Konfessionen einzubeziehen, sondern auch nichtchristliche Religionsgemeinschaften wie die Muslime." Deswegen habe man die Aktion auch nicht "Nacht der offenen Kirchen" genannt, sondern "Nacht der offenen Gotteshäuser".
Nurettin Bozkurt freute sich über die Einladung an die Muslime, an der Veranstaltung mitwirken zu können. "Die Muslime sind stolz darauf, einen solchen Tag zu nutzen, um ihre Arbeit in der Öffentlichkeit zu präsentieren", sagte er. "Wir bieten an, unsere Gebetsstunden kennen zu lernen, und führen die Gäste durch die Moschee." Er sei erfreut, dass sich vier der sechs muslimischen Gotteshäuser in Bottrop beteiligen.
Stadtdechant Johannes Knoblauch unterstrich den hohen Anteil, den die Kirchen an den Kulturleistungen in der Region tragen. Eine Nacht mit offenen Gotteshäusern führe zurück zu den Wurzeln. "Kirchen sind heute oft geschlossene Räume", so Knoblauch. "Das verfehlt aber eigentlich den Sinn der Kirche, die als Haus offen sein sollte für jedermann." Leider sei dies aus praktischen Gründen heute oft nicht mehr zu realisieren, umso mehr freue er sich auf den 18. Juni und auch darüber, dass dieser Tag von so vielen freiwilligen Helfern getragen wird.
Neben den beiden großen christlichen Konfessionen beteiligen sich auch die Freie Evangelische Gemeinde, zwei Neuapostolische Gemeinden und die Altkatholische Kirche an diesem Aktionstag. "Man kann an diesem Tag ganz praktisch miterleben, wie Menschen in den verschiedenartigen Gemeinden ihren Glauben leben", verdeutlicht Pfarrer Ulrich Schulte. "Daraus erfährt man mehr als man in jeder Bildungsveranstaltung vermitteln könnte." Grenzüberschreitungen finden auch ganz praktisch durch die Teilnahme der St. Johannesgemeinde aus Kirchhellen und damit aus dem katholischen Nachbarbistum Münster statt.
Einer der Höhepunkte des Programms ist die "blaue Stunde" in der Martinskirche. Hier wird der in Fachkreisen bekannte Theologe Professor Dr. Klaus Wengst von der Ruhruniversität Bochum auftreten. Thema ist die Interpretation des Johannesevangeliums. Ungewöhnlich ist auch das Programm in der Heilig Kreuz Kirche. Hier gibt es einen spirituellen Brückenschlag - angefangen von der christlichen Tradition, über den Islam bis hin zum jüdischen Chaddismus und fernöstlichem Zen-Buddhismus.
Aktionen zum Mitmachen werden unter anderem in der Cyriakus-Kirche angeboten. Hier gibt es nicht nur Essen und Trinken nach biblischen Rezepten, sondern auch ein gemeinsames Kunstwerk, dass durch das Mitwirken der Besucher entsteht.
Zur "Nacht der offenen Gotteshäuser" am 18. Juni ist ein Faltblatt mit allen Programmpunkten erstellt worden. Es ist in vielen Kirchengemeinden, im Bürgerbüro (Rathaus) und in der "Tourist-Info" an der Osterfelder Straße 13 kostenlos zu erhalten. Eine Übersicht befindet sich aber auch hier im Netz, siehe Link unten auf der Seite.
(18.05.2010)


