"Local-Heroes"-Woche war großer Erfolg für Bottrop
"Eine große Woche liegt hinter uns und ich habe jeden Tag davon genossen", sagt Kulturdezernent Willi Loeven. "Es war keine Veranstaltung dabei, die nicht gepasst hätte." Ob die Aida-Aufführung auf der Halde Haniel, die Nacht der offenen Gotteshäuser, ob Extraschicht oder einer der vielen kleineren Veranstaltungen, die Resonanz sei sehr gut gewesen. Bottrop habe sich im Reigen der Ruhr.2010-Städte gut darstellen und Zeichen setzen können.
Unumstrittener Höhepunkt war die Aida-Aufführung auf der Haniel-Halde. Ein Projekt, das für alle Neuland war. "Bottrop hat eine Oper inszeniert ohne ein Opernhaus zu haben", sagt Dieter Wollek, Leiter des Kulturamtes. "Was das in der Praxis heißt, wurde uns erst im Laufe der Produktion klar." Alle Infrastruktureinrichtungen, die man zu einer Inszenierung einer Oper braucht, mussten zunächst beschafft und eingerichtet werden. Ob Bühne, Orchester, Kulissen und Infrastruktureinrichtungen wie Umkleiden und Maskenräume - auf nichts konnte man zurückgreifen. "Wir haben im Grunde ein temporäres Opernhaus schaffen müssen", sagt Dieter Wollek. "Alles mussten wir leihen, selbst bauen oder improvisieren".
400 Akteure, ob auf der Bühne, als Musiker oder hinter den Kulissen hatten mitgewirkt, damit Aida in Bottrop ein Erfolg wird, davon standen allein 130 hinter den Kulissen. "Ich bin der Stadt Bottrop dankbar, dass sie den Mut hatte, dieses Projekt anzugehen", sagt Regisseur Thomas Grandoch. "Ich selbst hatte bereits Erfahrungen mit Inszenierungen des Musiktheaters gemacht, aber eine Aufführung dieser Größenordnung war auch für mich Neuland." Grandoch, der in Bottrop geboren wurde und aufgewachsen ist, war der Jüngste im Ensemble. In Berlin ist er mit seinem Studium an der Universität der Künste fast fertig. "Nur noch die Diplomarbeit fehlt", so Grandoch.
Auf große Anerkennung stieß die Aufführung auch bei führenden Verantwortlichen der Ruhr.2010. Deren Geschäftsführer Fritz Pleitgen war fasziniert und begeistert. Dies sei mit Sicherheit die beste Veranstaltung der Local-Heroes-Woche gewesen, so Pleitgen nach der Premiere auf der Halde Haniel. Vor allem, dass die gesamte Inszenierung zu großen Teilen auf Bottropern beruht, sorgte für anerkennendes Erstaunen. Das Kulturamt plant deswegen für das nächste Jahr eine Ausstellung unter dem Motto "Eine Stadt inszeniert eine Oper". Hier werden der Ablauf und viele Details der Produktion zu sehen sein.
Aber nicht nur die gelungene Aida-Inszenierung trugen zum Erfolg der Local-Heroes-Woche bei. Im Kulturamt der Stadt ist man stolz. Denn neben den fünf Aida-Aufführungen gab es jede Menge kultureller Veranstaltungen. Von Jazz, Kunstausstellungen, ein Barockfest auf Schloss Beck bis hin zur Nacht der offenen Gotteshäuser gab es Angebote bis auf Ebene der Stadtteile. "Nach der Aida, war die Nacht der offenen Gotteshäuser das aufwendigste Projekt", sagt Andreas Pläsken, Pressesprecher der Stadt Bottrop und zugleich Ruhr.2010-Beauftragter der Kirchengemeinden in Bottrop. Ein Novum sei nicht nur gewesen, dass alle christlichen Kirchen, sondern auch islamische Gemeinden mitgewirkt hätten. "Wir haben deutlich gespürt, dass es bei den religiösen Gemeinschaften ein großes Bedürfnis danach gibt, sich öffentlich darzustellen", so Pläsken. Das Motto "Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel sei voll zum Tragen gekommen.
Einen großen Beitrag zum Gelingen leistete auch die Extraschicht, die rund 8.000 Besucher auf die Tetraeder-Halde Nacht der Industriekultur lockte. "Ein großes Lob ist an die Gesellschaft für Stadtmarketing zu richten", sagt Kulturdezernent Willi Loeven. Trotz des kalten Wetters sei die Veranstaltung "Sommernachtstraum" mit seinen poetischen wie artistischen Darbietungen absolut sehens- und erlebenswert gewesen.
Lesen Sie auch hier:
- Aida auf der Halde begeistert Publikum und Kulturszene
- 3.000 Besucher genossen bei bunten Programmen "Nacht der offenen Gotteshäuser"
- Galerie Eigener Markt offiziell eröffnet
- Schloss Beck: Gelungene Zeitreise ins Barock
- "Da liegt Segen drauf": Von kultureller Vielfalt, lokaler Begeisterung und Feuerzungen




