Ausgezeichnete Bottroper Bürger
Für ihr ehrenamtliches Engagement in Bottrop wurden acht Bürger mit der Stadtplakette ausgezeichnet. Während einer Festveranstaltung überreichte Oberbürgermeister Bernd Tischler die Plaketten.
Heinz Amthor
Heinz Amthor hat durch großes ehrenamtliches Engagement die schönen Seiten des Stadtteils Welheim über seine Grenzen hinaus den Menschen nahe gebracht.Es sammelt seit vielen Jahren akribisch Fotomaterial und Dokumente zur Geschichte des Stadtteils und sichert Berichte von Zeitzeugen.
Mit eigenen Fotos vervollständigt er seine Sammlung, die er der Öffentlichkeit im Rahmen von selbst organisiertenAusstellungen zugänglich macht. Heinz Amthor ist somit zum hronisten des Stadtteils Welheim bezeichnet geworden, der den Bürgern die Geschichte des Stadtteils auch in Führungen nahe bringt.
Als die Siedlung im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA renoviert wurde, war Amthor im Mieterrat tätig und hat sich an der Reaktivierung des Hüls-Geländes beteiligt.
Dr. Elisabeth Fessl de Alemany
Dr. Elisabeth Fessl de Alemany wird für ihre außerordentliche Hilfsbereitschaft gegenüber bedürftigen Menschen ausgezeichnet. Sie engagiert sich insbesondere im Osten Europas. Vor rund 20 Jahren war sie Mitgründerin der Csilla von Boeselager Stiftung Osteuropa Hilfe. Seitdem organisiert sie Transporte mit Hilfsgütern in die ärmsten Regionen Osteuropas. Dabei wird all das gesammelt und transportiert, was am nötigsten gebraucht wird: Von Medikamenten über medizinische Geräte bis hin zu Fahrrädern und Süßigkeiten für die Kinder.Um den Menschen ihre Arbeit näher zu bringen und Vertrauen bei den Spendern zu wecken, führen Dr. Alemany und ihre Mitstreiterinnen zahlreiche Vorträge und Informationsveranstaltungen durch. Sie stellen nicht nur die Arbeit der Stiftung dar, sondern legen auch Rechenschaft ab, wie die Spenden eingesetzt wurden.
Auch in akuten Notsituationen wie beispielsweise nach der Flutkatastrophe am Fluss Theiss in Rumänien oder direkt nach dem Balkankrieg leistete die Stiftung schnelle und zuverlässige Hilfe.
Wiltrud Evers
Wiltrud Evers setzt sich seit einem viertel Jahrhundert mit großem Enthusiasmus für die Frauen in Bottrop ein.Trotz anfänglicher, nicht unerheblicher, finanzieller Schwierigkeiten konnte dank ihres Engagements eine professionelle Beratungsstelle für Frauen aufgebaut werden. Das von Wiltrud Evers entwickelte Konzept führte schließlich zur Gründung des Frauenzentrums Courage. Finanzierungen durch das Land und die Stadt Bottrop ermöglichten eine finanzielle Stabilität.
Wiltrud Evers hat maßgeblich den Aufbau des Frauenhauses, das seit 1992 in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt ist, und des Vereins "Gegenwind", der die Grundlage für die Arbeit zur Unterstützung hilfesuchender Frauen und Kinder bilden, mitbestimmt. Die von Wiltrud Evers und den Mitgliedern der Einrichtungen geschaffenen Angebote sind für die Betroffenen eine wichtige hilfe in Notlagen. Sie finden in Wiltrud Evers einen Menschen, der selbstlos ihre Interessen vertritt und ihnen die notwendige Unterstützung bietet.
Mit der Verleihung der Stadtplakette wird ihr persönlich, aber auch stellvertretend für alle Personen, die die erfolgreiche Arbeit begleitet und unterstützt haben, Dank und Anerkennung ausgedrückt.
Arthur K. Führer
Arthur K. Führer hat sich seit über 35 Jahren um die Entwicklung des literarischen Lebens in Bottrop verdient gemacht. Seit 1973 gibt es den von ihm ins Leben gerufene literarische Frühschoppen. Unter seiner Leitung und Moderation wurden 400 Veranstaltungen mit über 800 Autoren und Musikern durchgeführt.Das von ihm erstellte Konzept wurde in den ganzen Jahren kaum verändert. Bekannte und weniger bekannte Autoren stellen ihre Werke vor und treten in einen offenen Dialog mit den Zuhöreren. Zunächst kamen die Literaten hauptsächlich aus dem Ruhrgebiet. Nach und nach erweiterte er Gästeliste der Autoren auf das gesamte Bundesgebiet.
Dem unermüdlichen Engagement von Führer sowie seinen Ideen und seiner Bereitschaft, sich einzubringen ist es zu verdanken, dass diese Veranstaltungsreihe, die zu dem grundlegenden Kulturangebot Bottrops gehört, überhaupt erst entstanden ist und nun schon über einen derart langen Zeitraum existiert.
Wolfgang Kutta
Wolfgang Kutta leistet einen großen Beitrag zur Menschlichkeit dieser Gesellschaft. 1983 wurde er vom Sozialamt der Stadt Bottrop eingestellt, um ein Hilfsangebot für wohnungslose Menschen aufzubauen, und er ist maßgeblich an der Entstehung der Evangelische Sozialberatung beteiligt.1986 liegt ein Konzept zum Aufbau einer Beratungsstelle für wohnungslose Personen vor. Im April des Jahres wird das erste Büro eröffnet, im darauf folgenden Herbst zieht die ESB in die Räumlichkeiten an der Kirchhellener Straße, wo sie noch heute ihren Sitz hat. In den Folgejahren wurden zahlreiche Projekte ins Leben gerufen, wie eine soziale Beschäftigungsinitiative für Wohnungslose, die jährliche Ferienfreizeit für (ehemalige) Wohnungslose oder die Suppenküche Kolüsch. Bis heute werden in den Wintermonaten 7.000 bis 8.000 Mahlzeiten für bedürftige Personen ausgegeben. Finanziert wird diese Aktion hauptsächlich durch Spenden.
Zudem wird durch Aktionen und Veranstaltungen wie zum Beispiel Podiumsdiskussionen, Ausstellungen und Publikationen immer wieder auf die missliche Lage der bedürftigen Menschen und auf die Notwendigkeit der Hilfsangebote aufmerksam gemacht.
Erika Niggemeier
Erika Niggemeier widmet sich im Rahmen der Hospizarbeit seit vielen Jahren Menschen mit fortschreitenden unheilbaren Krankheiten und verkürzter Lebenserwartung.Vor 17 Jahren gehörte Erika Niggemeier zu dem Mitgründerinnen der Bottroper Hospizgruppe. Zunächst war sie stellvertretende Vorsitzende und ist seit 1997 als Vorsitzende. Zweck der Hospizarbeit ist es, durch Pflege, Behandlung, Zuwendung und Begleitung, Lebensqualität und Lebensempfinden der Kranken zu verbessern.
Die Entwicklung der Hospizarbeit hat Erika Niggemeier von Beginn an nicht nur mitgetragen und gefördert, sondern entscheidend gestaltet. Heute hat die Gemeinschaft einen hohen Bekanntheitsgrad in Bottrop.
Neben ihrer Arbeit als Vorsitzende der Hospizgruppe mit allen Facetten der Organisation der Sterbebegleitung und Trauerarbeit hat sie als Dozentin und Mediatorin Fort- und Weiterbildung organisiert und persönlich durchgeführt.
Nicht nur im Rahmen dieser Veranstaltungen vermittelt sie ihr Wissen über die Begleitung von Kranken und Sterbenden weiter. Auch die Einrichtung eines Trauercafes gehört hierzu. Dem im Jahr 1999 gegründeten Förderverein der Hospizgruppe steht Erika Niggemeier beratend zur Seite.
Erika Niggemeier hat durch den ihr eigenen Impetus, mit Verstand und Sachverstand, Ausstrahlung und persönlicher Wärme der Hospizarbeit in Bottrop hohe Reputation verliehen, die auch über die Grenzen unserer Stadt Anerkennung findet. Ohne ihr Mitwirken und ihrem persönlichen Einsatz ist die Hospizarbeit in Bottrop nicht denkbar.
Dr. Wolfgang Ohm
Dr. Wolfgang Ohm ist für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement im medizinisch berufsständischen Bereich mit der Plakette der Stadt Bottrop ausgezeichnet worden. Vielen Bottropern ist Wolfgang Ohmn als Augenarzt bekannt.Ehrenamtlich engagiert sich Ohm in der ärztlichen Selbstverwaltung. Seit 1991 übt er das Amt des Vorsitzenden des Bottroper Ärztevereins aus und hat sich in dieser Funktion weit über das zu erwartende Maß hinaus eingesetzt. Er unterstützt dabei die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Fachärzten und Krankenkassen, intensivierte die ärztliche Fortbildung.
Besonders hervorzuheben ist die Gründung der Notfallpraxis am Marienhospital Bottrop, die Dank seines unermüdlichen Einsatzes und seiner Überzeugungsarbeit innerhalb der Ärzteschaft und gegenüber den Krankenkassen und der kassenärztlichen Vereinigung im Jahr 1996 eröffnet wurde.
Darüber hinaus beteiligt sich Wolfgang Ohm an der Organisation des augenärztlichen Notdienstes für die Städte Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop, an deren Neuordnung er maßgeblich mitgewirkt hat. Nicht zuletzt sein Einsatz trägt zu einem reibungslosen Funktionieren bei.
Seit 1998 ist er im Vorstand des Verwaltungsbezirks der Ärztekammer Westfalen-Lippe tätig und bringt sich dort mit seiner medizinischen Kenntnis, seiner Berufserfahrungen und seinen menschlichen Stärken ärztliche Selbstverwaltung ein. Dies alles natürlich ehrenamtlich. Dr. Ohm hat sich weit über das normale Maß hinaus für den Gesundheitsdienst eingesetzt und tut dies auch heute noch.
Willibald Wiechers
Willibald Wiechers hat die Plakette der Stadt Bottrop für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement für das Kulturgut des Gesangs in all seinen Facetten erhalten.Seit beinahe 70 Jahren, nämlich seit 1941, ist er Sänger bei dem Traditionsgesangverein "Männerquartett von 1881" und tragende Persönlichkeit in der Bottroper Chorlandschaft. Darüber hinaus ist er Ansprechpartner für das hiesige Kulturamt, wenn es um Veranstaltungen geht, an denen Chöre beteiligt sind.
Wiechers ist Gründer der Bottroper Chortage, die im Turnus von drei Jahren stattfinden. Die Bottroper Chortage sind mittlerweile über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt. Anerkannte Musikredakteure des WDR führen die verschiedenen Moderationen professionell durch.
Wiechers ist Initiator der Arbeitsgemeinschaft Bottroper Chöre, die im Jahr 2007 gegründet und durch die die Kooperation aller Bottroper Chöre wesentlich effizienter wurde. Willibald Wiechers ist stellvertretender Vorsitzender dieses Dachverbandes und hat in dieser Funktion den Projektchor für die geplanten Aufführungen der Oper Aida im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 kommenden Jahres auf der Berghalde Prosper Haniel ins Leben gerufen.
Willibald Wiechers unterstützt aktiv die Arbeit des Kulturamtes der Stadt Bottrop, indem er planend und gestaltend an diversen Veranstaltungen wie zum Beispiel bei der Ausrichtung von Parkfesten im Stadtgarten mitwirkt.
(20.11.2009)
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Das Land mit und in den Städten modernisieren
Rede von Nordert Bude zum Jubiläum 90 Jahre Stadt Bottrop
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