Willy-Brandt-Gesamtschule kooperiert mit zwei Bottroper Unternehmen

Die Schülerinnen und Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule werden künftig noch häufiger Kontakt mit der Arbeitswelt aufnehmen. "Es kommt zusammen, was zusammenkommen kann", sagt Schulleiter Jochem von Schwerdtner in Anlehnung eines Zitats des Schulnamensgebers. Mit den Bottroper Unternehmen Seibel und Weyer(Innen-, Laden- und Metallausbau) sowie Elmer (Fachgroßhandelsunternehmen der Sanitär-Heizung-Klimabranche) hat er ein Kooperationsvertrag zur beruflichen Bildung geschlossen.

Elke Anders (v.l.), Jochem von Schwerdtner und Jens Weyer vereinbaren eine Kooperation zur beruflichen Bildung von Schülern.

Ziel der Vereinbarung ist es, den Schülern Berufe, Arbeitswelt und Karrierewege aufzuzeigen. Die Unternehmen stellen Praktikumsplätze zur Verfügung, ermöglichen Betriebsbesichtigungen und stellen ihre Berufe in der Schule vor.

Jens Weyer, Geschäftsführer von Seibel und Weyer, hat bereits Erfahrungen mit Kooperationen mit schulen gesammelt. So wirbt er in den Schulen Bottrops und den umliegenden Städten für seinen Praktikumsplätze. "Wenn Schüler frühzeitig Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln und somit eine sichere Berufswahl treffen können, ist das sowohl für den Bewerber als auch für das Unternehmen von Vorteil", sagt der Geschäftsführer, der jährlich etwa zehn Auszubildende anstellt. Er sagt, dass die Schulnoten eher ein nachrangiges Kriterium für eine Ausbildungsvertrag seien. Allerdings legt er Wert darauf, dass die Azubis zuvor seinen Betrieb während eines Praktikums kennengelernt haben. Einige Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule haben dieses Angebot bereits genutzt.

Für das Unternehmen Elmer hat die Verwaltungsleiterin Elke Anders den Kooperationsvertrag unterschrieben. "Von der Zusammenarbeit profitieren alle. Wir begleiten die künftigen Azubis bei der Berufwahl", sagt Anders, die sich frühzeitig gegen den abzeichnenden Fachkräftemangel wappnen will. Rund 80 Prozent der jetzigen Belegschaft sei in dem Unternehmen mit guten Abschlussnoten ausgebildet worden. "Ich bin stolz auf unsere Azubis", sagt die Verwaltungsleiterin.

Die Zusammenarbeit der Willy-Brandt-Gesamtschule mit den Unternehmen ist eingebunden in das Projekt "Lernpartnerschaften" des Bildungsbüros der Stadt Bottrop, das mit der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der Arbeitsagentur auf den Weg gebracht wurde. "Auf diesem Weg wollen wir auch die Schüler für eine betriebliche Ausbildung interessieren, die eigentlich planen, ihre Schulkarriere fortzusetzen oder noch gar nicht wissen, welche Wege für sie offen stehen", erklärt Wolfgang Wuwer, pädagogischer Mitarbeiter im Bildungsbüro. Denn viele Jugendliche seien sich gar nicht der Möglichkeiten und Karrierechancen bewusst, die das duale Ausbildungssystem biete. "Das können wir nur ändern, wenn wir Schulen und Unternehmen zusammenbringen", so Wuwer.

Alle Partner halten es für eine gute Idee, die bereits punktuelle Zusammenarbeit im Projekt "Lernpartnerschaften" auszudehnen und zu festigen sowie im Laufe der Zeit interessante, neue Gemeinschaftsprojekte zu entwickeln. Die Zusammenarbeit zwischen der Firma Seibel und Weyer, der Firma Elmer und der Willy-Brandt-Gesamtschule beginnt mit einer Betriebsführung. Zudem sind weitere Informationsveranstaltungen geplant, in denen die Schüler einen Einblick in die Arbeitswelt aus Sicht der Auszubildenden und in Abläufe der Ausbildungsberufe erhalten sollen. Auch Lehrer sollen durch Veranstaltungen und Betriebsbesuche den Ablauf im jeweiligen Partnerbetrieb kennenlernen.

Der Studien- und Berufskoordinator an der Gesamtschule, Karl-Heinz Schmitte, weist darauf hin, dass "die Unternehmen die Schüler, denen der Einstieg in die Ausbildung schwerfällt, besser fördern können. Dabei erweist es sich als äußerst günstig, dass beide Betriebe in Nachbarschaft der Schule liegen".

Das Bildungsbüro der Stadt Bottrop bietet mit den Partnern allen Schulen und Unternehmen Bottrops ihre Unterstützung bei der Anbahnung von Kooperationen an. Ansprechpartner für das Projekt sind im Bildungsbüro Wolfgang Wuwer, Telelefon 70 4389, und bei der Industrie- und Handelskammer Alexandra Bernhardt-Kroke, Telefon 0209 / 388-104.

(08.11.2011)