Stadt Bottrop legt neuen Sozialbericht vor

Datenmaterial geht jetzt zur Beratung in die politischen Gremien
Sozialbericht
Großbildansicht Datenmaterial auf mehr als 160 Seiten: Der neue Sozialbericht der Stadt Bottrop.

Die Stadt Bottrop legt jetzt zum ersten Mal eine umfangreiche Dokumentation über die wichtigsten Sozialindikatoren im Stadtgebiet vor. Stadtkämmerer Willi Loeven und die Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Familie, Renate Palberg, stellten das Werk, das auf 166 Seiten Zahlen- und Datenmaterial enthält, am Freitag, 27. November, im Rathaus der Öffentlichkeit vor. Es wird im Sozialausschuss am 2. Dezember präsentiert und eröffnet damit die Diskussion um Konsequenzen und Handlungsmöglichkeiten.

"Der vorliegende Band ist ein Sozialbericht und nicht nur ein Armutsbericht", sagt Ausschussvorsitzende Renate Palberg. Nur die Verteilung von Einkommen im Stadtgebiet zu betrachten, greife zu kurz. Sozialer Handlungsbedarf entstehe auch in anderen Feldern unabhängig von der Einkommenssituation. Dies seien beispielsweise Fragen wie die Integration von Migranten, der demografische Wandel oder auch die Gesundheitsversorgung. Darüber hinaus könne auch trotz ausreichendem Einkommen eine Notsituation entstehen. Dies könnte ein Pflegefall in der Familie oder die Versorgung eines behinderten Kindes sein.

Durchgeführt wurde die Studie von dem Berliner "Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik (IfS)", das im Oktober 2008 von der Stadt Bottrop beauftragt wurde. Überwiegend wurden Daten verwendet, die in den verschiedenen Ämtern und Dienststellen bei der Stadt Bottrop vorhanden waren, jedoch thematisch zusammengetragen und in ihrer Plausibilität geprüft werden mussten. Die gesamte Datenbasis stützt sich auf das Jahr 2007 (Stichtag 31. Dezember), weil zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichts dies die aktuellsten Daten waren, die man vollständig in allen Bereichen abgreifen konnte.

"Vor allem war es uns wichtig, vergleichbares und valides Material zu haben", sagt Stadtkämmerer Willi Loeven. Der Bericht sei darauf ausgerichtet, kommunale Handlungsfelder zu erschließen. "Eine Dokumentation, die darauf gerichtet ist aufzuzeigen, was sich an gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bund oder im Land ändern muss, hat für uns als Kommune nur wenig Nutzen." Dafür gebe es andere Instrumente. "Wir wollen hier vor Ort, mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, Strukturen verbessern und dort, wo bereits eine gute Qualität der Versorgung erreicht ist, diese sichern."

Insgesamt acht Themenkomplexe untersuchte der Bericht. Im Einzelnen sind dies: Erwerbsbeteiligung und Einkommen, Arbeitslosigkeit, soziale Transferleistungen, Wohnsituation, Senioren, Gesundheit sowie Jugend und Bildung. Für eine teilräumliche Betrachtung nutzte der Bericht Daten aus den 17 statistischen Gebieten der Stadt Bottrop. Fazit ist, das sich ein besonderer Handlungsbedarf nicht nur in den südlichen Stadtteilen sondern teilweise auch in der Altstadt ergibt. Darauf weisen die wesentlichen Sozialindikatoren, wie ein höherer Anteil an Migranten, unterdurchschnittliche Einkommensverhältnisse und ein höherer Anteil an Senioren hin.

(27.11.2009)



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