Stadt intensiviert die Berufsausbildung von benachteiligten Jugendlichen

Jugendkombihaus wird als Ausbildungsort weiter aufgewertet
Arbeiter an einer Maschine

Durch Ausbildungsangebote wird das Jugendkombihaus aufgewertet.

Die Jugendberufshilfe der Stadt Bottrop hat sich erfolgreich um eine Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung nach dem integrativen Modell beworben. Am 18. August beginnen zwölf Jugendliche im Jugendkombihaus eine zweijährige Ausbildung zum Teilezurichter. Die Maßnahme wurde von der örtlichen Arbeitsgemeinschaft "Arbeit für Bottrop" vergeben.

"Ich freue mich, dass es gelingt, das Jugendkombihaus als Ausbildungsort weiter aufzuwerten. Die erfreuliche Arbeitsmarktentwicklung in der Metallbranche stimmt mich zuversichtlich, dass die Zielsetzung des integrativen Modells, nach dem ersten Ausbildungsjahr Übergänge in betriebliche Ausbildungsverhältnisse zu erreichen, erfüllt werden kann," kommentiert Martin Notthoff, Leiter des städtischen Jugendamtes, das neue Ausbildungsprojekt.

Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Projektes ist der Einsatz fachlich qualifizierten und erfahrenen Personals, weiß man nicht nur im Jugendamt. Mit dem Metallbaumeister Dieter Suschka und der Sozialpädagogin Heike Schmuck stehen den Jugendlichen bei der Ausbildung daher zwei bewährte Fachleute zur Verfügung. Dies ist so wichtig, da es sich bei den Auszubildenden um Jugendliche aus der Benachteiligtenförderung handelt, die aus eigener Kraft keinen Ausbildungsplatz gefunden haben und umfassende Hilfe benötigen.

Die örtliche Arbeitsgemeinschaft Arbeit für Bottrop legt als Auftraggeber darauf Wert, dass das Lehrangebot am Kompetenzansatz ausgerichtet und die besondere Situation der Jugendlichen berücksichtigt wird. Ausbilder und Sozialpädagogin übernehmen die komplexe und anspruchsvolle Aufgabe, Lernsituationen zu schaffen, die an den vorhandenen Kenntnissen und Kompetenzen der Auszubildenden anknüpfen und dazu geeignet sind, dass sie ihre Fähigkeiten erkennen und zur Geltung bringen können. Eine systematische Förderplanung ist daher die Grundlage für die zielgerichtete Unterstützung.

"Das Ausbildungsprojekt ist eine sinnvolle Ergänzung zur Jugendhilfewerkstatt, die die GAFÖG bereits seit einiger Zeit im Jugendkombihaus betreibt. Mit diesen beiden Arbeitsmarktprojekten wird das Jugendkombihaus einmal mehr seiner Bedeutung als Ausbildungsort für Jugendliche und junge Erwachsene gerecht", freuen sich Martin Notthoff und der Vorsitzende des Trägervereins für das Jugendkombihaus, Gregor Evers. Unter Verantwortung der GAFÖG beginnen im kommenden Monat bis zu 40 Jugendliche ein "Werkstattjahr" und damit eine berufsvorbereitende Ausbildung in den Bereichen Metallbau, Heizung und Sanitär, Elektro und Lagerhaltung.

Weitere Bausteine



Großbildansicht Gregor Evers will im Stadtteil stärker für die Angebote des Jugendkombihauses werben.

Weitere "Bausteine" im Jugendkombihaus neben dem Qualifizierungsbereich und der Veranstaltungshalle/Großdiskothek sind die Großküche und das Jugendhotel. Die Großküche wird seit Anfang Januar diesen Jahres von der Münsteraner Firma "Stattküche" betrieben. Derzeit werden 300 Essen pro Tag produziert für zehn Kindergärten sowie die Schule Welheim und die Schule am Tetraeder. Beliefert wurden während der Ferien auch die Stadtranderholungsmaßnahmen und der Kinderferienzirkus. Demnächst sollen auch Zulieferungen für Veranstaltungen im Jugendkombihaus erfolgen. Zurzeit sind zwei Fachkräfte fest angestellt sowie ein Fahrer. Nach Bedarf wird dieser Personalstamm mit Stundenkräften ergänzt.

Bei Vollauslastung können in der Großküche bis zu 1.000 Essen täglich zubereitet werden. Insofern kann die "Stattküche" noch weitere Aufträge übernehmen. Grundsätzlich sieht Firmenchefin Barbara Kamenz die Unternehmung aber auf einem guten Weg. "Unsere Stärke ist, dass alles frisch zubereitet und selbst gemacht wird", betont Barbara Kamenz. "Wir verwenden möglichst wenig Fertigprodukte."

Seit der Eröffnung sind im Jugend- und Familienhotel "Ruhrstadt" insgesamt 14.160 Gäste abgestiegen. Im vergangenen Jahr kamen dabei 5.990 Gäste, was eine nicht zufrieden stellende Belegungsquote bedeutete. In 2008 sind bis Ende Juli aber bereits 4.101 Gäste zu verzeichnen, was auf eine deutliche Verbesserung gegenüber 2007 hindeutet.

Die erste Berufsqualifizierungsmaßnahme für junge Menschen unter 25 Jahren im "Ruhrstadt"-Hotel endete am 14. Mai des Jahres. Im Nachgang wurden zwei Teilnehmer fest eingestellt, eine Mitarbeiterin auf 400-?-Basis. Eine weitere ungelernte Arbeitskraft wurde kürzlich in Festanstellung genommen. Die nächste Qualifizierungsmaßnahme in Kooperation mit dem Hotel- und Gaststättenverband sowie der ARGE und der TZU startet im September.

Der Trägerverein

Durch organisatorische Probleme konnte die Eintragung des Trägervereines für das Jugendkombihaus erst Ende Juni 2008 erfolgen. "Nun ist das Grundlegende vollzogen und wir können uns auf wichtige Aufgaben wie den Kontakt zu den Vereinen und Organisationen in der Boy sowie um Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit kümmern", zeigt sich Gregor Evers erleichtert. "Wir sind gerade in der Endphase für die redaktionelle Bearbeitung einer Broschüre, die die Angebote im Jugendkombihaus zusammenfasst und näher vorstellt." In dieser Broschüre würden auch die künftigen Ansprechpartner genannt und für eine Teilnahme an der Vereinsarbeit geworben. "Wir können jede helfende Hand in der Vorstandsarbeit, aber vor allem auch in der praktischen Betreuung des Jugendkombihauses gebrauchen", betont Gregor Evers.

(05.08.2008)



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