Mit "Josef Albers" nach Berlin

Museumsarbeit ist mehr, als nur Bilder aufzuhängen. Mit dieser Erkenntnis kam Monika Catharina Woznik von einem Praktikum im Berliner Bauhaus-Archiv zurück. Die angehende Abiturientin reiste auf Einladung der Josef-Albers-Stiftung für zwei Wochen in die Hauptstadt.
Gruppe
Monika Catharina Woznik reiste mit einem Josef Albers-Stipendium nach Berlin. Dr. Heinz Liesbrock (links) und Reinhard Schönfeld, Leiter des Josef Albers Gymnasiums, freuen sich über das positive Fazit der Schülerin.

Nach ihrem Aufenthalt dort war sie beeindruckt von dem Aufwand, der hinter den Kulissen betrieben wird. "Ausstellungen sind nur ein Teil der Arbeit. Ein anderer Teil ist es, die Objekte zu archivieren und zu erhalten", sagt die junge Bottroperin. So hat sie in kurzer Zeit Einblicke in unterschiedliche Bereiche bekommen. Sie hat Eintrittskarten verkauft, die Arbeit wissenschaftlicher Mitarbeiter kennengelernt und in der Bibliothek gearbeitet. Zu den beeindruckenden Erlebnissen gehörte das Hantieren mit wertvollen Originalen. So sichtete sie Originalnegative und Abzüge ausgewählter Werke von Lucia Moholy, Frau des Bauhaus-Lehrers László Moholy-Nager, und erhielt so einen unmittelbaren Eindruck in die Arbeitsweise der Bauhauskünstlerin.

Seit fünf Jahren bietet die Josef Albers-Stiftung den Schülern des Josef Albers Gymnasiums Stipendien an. Interessierte Schüler der Oberstufe sollen mit der Kunst des "Bauhauses" und den künstlerischen und kunstpädagogischen Konzepten von Josef Albers bekannt gemacht werden. Für den zweiwöchigen Aufenthalt erhalten die Schüler 1.000 Euro für Unterkunft und Verpflegung.

Die Stiftung wurde aus dem Nachlass von Josef Albers gebildet. Erst vor einigen Jahren wurde das Kurz-Stipendium in das Angebot aufgenommen. Von den rund 30 Bewerbern in diesem Jahr erhielt Monika Catharina Woznik die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Bauhaus zu beschäftigen. "Durch die Verbindung zu Josef Albers wird man mit dem Quadrat konfrontiert. Ich fand das persönlich immer ansprechend", beschreibt Monika Catharina Woznik ihre Motivation, sich für das Stipendium zu bewerben.

Zu den Auswahlkriterien bei den Bewerbungen sagt Museumsdirektor Dr. Heinz Liesbrock: "Es kommt nicht darauf an, besonders gut in Kunst zu sein. Vielmehr geht es um weit gefächerte Interessen." Er sieht darin die Fortsetzung einer Idee, der Josef Albers anhing. "Bei Josef Albers ging es nicht nur darum, malen zu lernen. Es waren Lebensschulen für Juristen, Wirtschaftler und Ärzte", erläutert Dr. Liesbrock. An diese Tradition will auch Monika Catharina Woznik anknüpfen. Nach dem Abitur strebt sie ein Ingenieurs- oder Medizinstudium an.

(15.12.2011)