Sozialamt: Breites Angebot für Ältere wird immer wichtiger

Internetplattform "www.vitalindeutschland.de" als aktuelles Beispiel bietet lokale Angebote für ältere Mitbürger

Großbildansicht Auch verschiedenste Flyer und Broschüren werden für die Senioren bereit gehalten.

Eine eigene Abteilung kümmert sich im städtischen Sozialamt um die Angelegenheiten von Seniorinnen und Senioren. Und dies nicht allein mit dem Ziel des Services für eine immer größer und wichtiger werdende Bevölkerungsgruppe, sondern auch als Standortfaktor, wie der stellvertretende Sozialamtsleiter Peter Sommer betont.

Bis zum vergangenen Jahr gehörten zum Arbeitsspektrum die Zusammenarbeit und die Unterstützung der Arbeit von freien Trägern im Seniorenbereich, die Organisation von Stadtteilveranstaltungen für ältere Mitbürger und spezielle Senioren-Urlaubsfahrten ebenso wie Aktivitäten mit Blick auf das durch länger andauernde Lebensspannen immer wichtiger werdende Pflegethema. Zu Letzterem wurde inzwischen der Austausch mit der Bundesknappschaft deutlich intensiviert, die in Bottrop den Pflegestützpunkt organisiert. Als neues Angebot etablierte das Sozialamt ab dem 1. April diesen Jahres die "Senioren- und Pflegeberatung", die von Dagmar Spans-Philippi am Berliner Platz 7 angeboten wird.


Großbildansicht An diesem Standort der ehemaligen Gaststätte "Trappe" soll in den nächsten Jahren eine Art "Senioren-Zentrum" entstehen.

"Ich versuche in meiner Arbeit, den Leuten klar zu machen, dass das Alter einige Lebensumstellungen mit sich bringt oder bringen kann", betont Dagmar Spans-Philippi. "Es ist wichtig, dass sich jeder möglichst schon mit Mitte 50 Gedanken macht: Passt noch meine Wohnung, ist sie seniorengerecht? Wie ist es um den Gesundheitszustand bestellt? Wer versorgt mich, wenn ich möglicherweise alleinstehend bin? Wie ist das mit eventuell erforderlicher Pflege?". Es gelte, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, da Heimplätze beispielsweise "nicht vom Himmel fallen". Auch Fragen wie die nach der Erledigung von Gartenarbeit, die bisher vielleicht über viele Jahre selbst erledigt worden ist, wo jetzt aber die eigene Leistungsfähigkeit nicht mehr ausreicht, seien von Bedeutung. "Viele Ältere haben im vergangenen Winter auch erfahren, dass Erfordernisse wie Schneeschaufeln geklärt sein müssen", erläutert Spans-Philippi notwendige Überlegungen.

Die Beratungsstelle versteht sich dabei als zentrale Verteilerschiene. "Den allergrößten Teil der Angebote erstellen wir ja nicht selbst, sondern bündeln die Aktivitäten der freien und privaten Träger im Seniorenbereich", erklärt Dagmar Spans-Philippi. Oder Anfragen würden rathausintern weitergegeben: Erläuterungswünsche zu Wohnungsaspekten beispielsweise an die Abteilung für Wohnungswesen.

Auch mit Dritten aus dem Unternehmenssektor wird zusammengearbeitet: So arbeitet das Sozialamt mit der Deutschen Post aktuell in der Initiative "Vital in Deutschland" (vid) gemeinsam an einer Internetplattform. Diese (www.vitalindeutschland.de) wendet sich an alle älteren Bürgerinnen und Bürger. Auf der Online-Plattform finden Nutzer mit wenigen Klicks attraktive Angebote ihrer Kommune aus den Bereichen Bildung, Bürgerservice, Ehrenamt, Freizeit, Kultur, Reisen, Sport und Wohnen. Bottrop gehört damit zu den sogenannten "Leuchtturmkommunen", die bereits auf der Internetplattform präsent sind und die Initiative besonders engagiert unterstützen. Nach erfolgreicher Testphase in NRW wird das Informationsangebot auf weitere Bundesländer ausgedehnt. Es ist geplant, die Eintragung von Angeboten in die Datenbank für Kommunen in ganz Deutschland zu ermöglichen.

"Alles, was das Leben für ältere Menschen in unserem Landkreis attraktiver und abwechslungsreicher macht, können ältere Bürgerinnen und Bürger nun auf einen Klick abrufen", erklärt der stellvertretende Sozialamtsleiter Peter Sommer. Denn die Stadt Bottrop fasst auf der vid-Plattform aktuelle Angebote für Ältere in den Bereichen Kultur, Sport oder Freizeit zusammen. Im Vergleich zu anderen Städten zeigt Bottrop damit bereits heute ein ausgeprägt generationenfreundliches Profil.

Ein möglichst breites Angebot für Ältere wird angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger. Peter Sommer betont: "Schon in wenigen Jahren werden Gemeinden, Städte und Landkreise darum konkurrieren, wer die höchste Lebensqualität für eine älter werdende Bevölkerung bietet. Die vorhandenen Angebote sowie die darauf verweisenden Informationen werden ein Standortfaktor. Deshalb ist es uns wichtig, hier so früh wie möglich tätig zu werden." In Bottrop leben 117.779 Menschen (Stand 31.12.2009), 26,6 Prozent der Einwohner sind älter als 60 Jahre. Der Anteil der 80-Jährigen und älter ist seit dem Jahr 2006 von 4,5 auf 5.3 Prozent gestiegen.

Vereine und Initiativen, deren Angebote bisher noch nicht erfasst und veröffentlicht sind, können ihre Angebote unter www.vitalindeutschland.de vorschlagen oder sich an die Senioren- und Pflegeberatung in der Stadtverwaltung wenden. Die Kontaktadresse ist: dagmar.spans-philippi@bottrop.de.


Großbildansicht vid-Projektleiter Daniel Schwartz, stellv. Sozialamtsleiter Peter Sommer und Beraterin Dagmar Spans-Philipp (v.l.n.r.) stellen die neue Internetplattform vor.

(25.08.2011)



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