Viel Lob für Niedrigenergie-Hallenbad

5,7 Millionen teure Schwimmhalle am Sportpark eröffnet
Am Beckenrand
Jan Jansen (links) überreicht symbolisch den Schlüssel an Oberbürgermeister Peter Noetzel.

Bottrop hat ein neues Hallenbad. Nachdem in den vergangenen Wochen bereits die ersten Vereinssportler und Schüler ihre Bahnen gezogen hatten, wurde das Hallenbad jetzt von Oberbürgermeister Peter Noetzel offiziell eröffnet. "Ich freue mich aus vollem Herzen, dass dieses Hallenbad heute der Öffentlichkeit übergeben werden kann", sagte der Oberbürgermeister vor einigen hundert Gästen.

Jan Jansen, Pellikaan-Geschäftsführer, dessen Unternehmen das Hallenbad am Sportpark gebaut hat, überreichte dem Oberbürgermeister symbolisch einen Schlüssel. Er erinnerte daran, dass erst vor 14 Monaten mit den Bauarbeiten begonnen wurde. "Dass in so kurzer Zeit ein qualitativ hochwertiges Bad gebaut werden konnte, ist der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zu verdanken", sagte Jansen und verglich das gemeinsame Engagement von Stadt und Bauunternehmen mit dem Hochleistungssport, in dem Teamarbeit die Voraussetzung für den Erfolg sei.

Von den Eröffnungs-Besuchern kam viel Lob für das 5,7 Millionen Euro teure Bad. Der mit großzügigen Glasflächen ausgestattete Bau empfängt die Schwimm- und Badegäste bereits in der Eingangshalle mit warmen orange-farbenen Tönen. Von allen Seiten fällt Licht in die Halle und die Besucher haben einen unmittelbaren Blick nach draußen. "Architektonisch erfrischend anders und wirtschaftlich entscheidend besser", fasst Peter Noetzel den Neubau an der Parkstraße zusammen. Ihn beeindrucke die harmonische Farbgebung und Großzügigkeit des Foyers und der Galerie, die bei Wettkämpfen als Tribüne dient.

Deutlich geringere Betriebskosten


Großbildansicht Synchronschwimmerinnen zeigten ihr Können während der Eröffnung.

Durch die moderne Gebäudetechnik fallen jährlich 100.000 Euro weniger Betriebskosten an als bei dem alten Bad am Berliner Platz. Neben der verbesserten Wärmeisolierung tragen zu den Einsparungen eine Solaranlage und ein Grundwasserbrunnen bei. Auch bei der Wasseraufbereitung kommt das neue Bad durch eine hochmoderne Elektrolyse-Anlage mit wesentlich weniger Chlor aus. "Es wird keine roten Augen mehr geben und kein Brennen nach dem Tauchen", sagt Gerd Kießlich, Leiter der Sport- und Bäderbetriebe.

Gegenüber dem alten Bad haben sich nun auch die Schwimmmöglichkeiten erweitert. Sechs, statt bisher fünf Bahnen stehen im 25 Meter langen Becken zur Verfügung. Das Lehrschwimmbecken ist doppelt so groß wie früher, so dass dort zwei Kurse gleichzeitig durchgeführt werden können. Auch die Wettkampftauglichkeit ist mit dem neuen Becken gegeben. Hatte man in dem alten Becken vergessen, die Fliesendicke zu berücksichtigen, so dass die Bahnen ein Zentimeter zu kurz waren, ist das jetzige Becken 1,5 Zentimeter länger. Diesen zusätzlichen Platz benötigen die Anschlagsmatten, die bei Wettkämpfen an den Rand zur Zeitmessung gehängt werden.

Bei den allseits anerkannten Verbesserungen kam denn auch wenig Wehmut auf, als Peter Noetzel an das alte Bad erinnerte. "Angesichts des schönen und funktionalen Neubaus ist der Verlust des alten Bades zu verschmerzen", so der Oberbürgermeister. Eine Verbindung zum alten Bad bleibt aber bestehen. Am letzten Tag des alten Bades nahm Bürgermeister Hans Schürmann eine Wasserprobe aus dem Becken, mit der Gerd Kießlich jetzt das neue "geimpft" hat.

Der Bau des neuen Hallenbades wurde nötig, nachdem das alte Bad am Berliner Platz abgerissen werden musste. Dort entsteht zur Zeit ein Einkaufs- und Dienstleistungszentrum. Ende nächsten Jahres sollen die Bauarbeiten dort abgeschlossen sein.

Zu Nachfragen, warum die Beschriftung des neuen Hallenbades in Kleinschreibung erfolgt ist, erläutert Gerd Kießlich im Übrigen: "Die Stadt Bottrop hat vor einigen Jahren beschlossen, ein einheitliches Erscheinungsbild für die Stadt Bottrop zu erstellen. Dazu gehörte die Entwicklung einer eigenen Hausschrift, der Thesis. Diese Schrift wurde auch für das Logo der Stadt Bottrop verwendet. Es besteht bekanntlich nur aus schwarzen Kleinbuchstaben der Schriftart Thesis in fettem Schriftschnitt und einem dicken Satzpunkt in leuchtendem Rot. Die Kleinschreibung soll Aufmerksamkeit erzeugen und Offenheit und Sympathie in Verbindung mit optimaler Lesbarkeit und Fernwirkung vermitteln. Diese Absicht gilt in besonderem Maße für unser neues Gebäude und es hat offensichtlich funktioniert."


(07.11.2008)



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