Design oder städtebauliche Präsenz

Etwa 50 Bürger beraten über die künftige Gestaltung des ZOB
Modell
Großbildansicht An Hand von Modellen machten sich die Besucher ein Bild von den Architektur-Vorschlägen.

Die Bauarbeiten am Berliner Platz sind in vollem Gange. Im Zuge der Umbauten wird auch der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) neu gestaltet. In einem Werkstattgespräch stellten jetzt zwei Architekturbüros ihre Entwürfe vor. Rund 50 Besucher kamen in den Saalbau, um sich ein Bild zu machen.

Im Vergleich standen zwei sehr gegensätzliche Ideen. Das Dortmunder Büro Heiderich Hummert präsentiert eine leicht wirkende, fast schwebende Konstruktion. Ein ellipsenförmiges Dach steht auf dünnen Stelzen, so dass sich der organisch wirkende Bau zurückhaltend in die Umbebung einfügt. Der Architekt Axel Hummert betonte denn auch die Transparenz seines Entwurfs: "Es gibt keine dunklen Ecken. Das Dach demonstriert Leichtigkeit."

"Unraum" neu strukturieren

Computergrafik
Großbildansicht Der Vorschlag des Arichtekturbüros Heiderich Hummert sieht eine leichte, transparente Dachkonstruktion vor.

Einen anderen Ansatz hat die EPA Planungsgruppe aus Stuttgart gewählt. Statt auf zurückhaltendes Unterstatement setzen die Süddeutschen auf die Wuchtigkeit eines langen, eher tiefen Daches entlang der Horster Straße. Somit solle dem "unförmigen Unraum" aus ZOB, Osterfelder Straße und Altmarkt eine Struktur gegeben werden, erklärte Thomas Weinig von EPA: "Erkennbare Räume werden der Stadt somit zurückgegeben."

In der anschließenden Diskussion zeichnete sich kein klarer Favorit ab. Die Argumente schwankten zwischen schönem Design und städtebaulicher Prägnanz. Während dem einen Entwurf "Bunker-Charakter" zugeschrieben wurde, kamen bei dem anderen Dach Zweifel daran auf, ob es denn ausreichenden Schutz vor Regen böte.

Investitionen von 3,8 Millionen Euro


Großbildansicht Das Büro EPA will mit einem langgezogenen Dach die Räume um den ZOB städtebaulich strukturieren.

Trotz der gestalterischen Gegensätze haben die beiden Vorschläge zahlreiche Gemeinsamkeiten. In beiden Entwürfen finden sich zwei Dächer, die zum einen entlang der Horster Straße stehen und zum anderen eine Haltestellen-Insel in der Mitte des ZOB-Platzes überdachen. Jeweils rund zwei Millionen Euro kosten beide Versionen, bei denen Glas und Metall die beherrschenden Materialien sind. Statt der bisher 14 Haltestellen hat der neue ZOB Platz für 18 Busse.

Bürgermeister Klaus Strehl, der die Versammlung leitete, kündigte an, dass der Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz im Januar 2008 entscheiden wird, welcher Entwurf umgesetzt wird. Von Frühjahr bis zum Sommer 2009 werden die Bauarbeiten voraussichtlich andauern. In dieser Zeit wird der ZOB provisorisch auf den Gleiwitzer Platz verlegt. Weitere Kosten fallen für die Oberflächengestaltung des Platzes und seitlichen Witterungsschutz an, so dass hier insgesamt 3,8 Millionen Euro investiert werden. Baudezernent Bernd Tischler erklärte dazu, dass drei Millionen Euro durch Zuschüsse gedeckt seien und die Stadt 800.000 Euro aus dem eigenen Haushalt beitragen müsse.




(08.11.2007)



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