Roter Klinker soll Platz die nächsten 100 Jahre prägen

Ergeiziger Zeitplan für Berliner Platz bisher ohne Verzug
Noch laufen die Rohbauarbeiten am Berliner Platz auf Hochtouren. Allein 12.000 Kubikmeter Beton sind in die Bodenplatte geflossen. Täglich werden neue Betonfertigteile für die Hochbauten Just-in-time angeliefert. Stetig wächst das Gebäudeskelett von der Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Berliner Platz. "Wir haben einen ehrgeizigen Zeitplan", sagt Architekt Thomas Weinig. Zeitweise wird rund um die Uhr gearbeitet. Im November 2009 soll das Einkaufszentrum "Kaufland" eröffnet werden.

Die Projektgruppe Innenstadt, bestehend aus Mitgliedern des Rats und der Verwaltung, hat sich jetzt über den Baufortschritt informiert. Noch während bis zu 60 Arbeiter mit Stahlarmierungen und Betonarbeiten beschäftigt sind, hat die Gruppe über den künftigen Ziegel entschieden, mit dem die Fassade des Gebäudes gestaltet wird. Dazu wurden sechs unterschiedliche Musterflächen neben dem ZOB gemauert. Die Entscheidung fiel auf einen eher dunklen Klinker.

In unterschiedlich kräftigen rot-braun Tönen vermittelt dieser einen warmen und natürlichen Eindruck. "Wir wollen uns mit der Farbe deutlich von der Post absetzen", erklärt Thomas Weinig. Die Post sei mit dem hellen Klinker ein Solitärgebäude, das auch künftig als eigenständig wahrgenommen werden soll. "Wir wollen keine Einheitlichkeit. Das schaffen wir sowieso nicht", sagt der Architekt.
Architekt Thomas Weinig
Großbildansicht Architekt Thomas Weinig erläutert den Baufortschritt.

Trotz der dunklen Ziegel-Farbe betont Weinig, dass das Gebäude kein dunkler Klotz wird. Überwiegend werde in der Fassade Glas und Stahl verarbeitet, so dass ein helles und einladendes Gebäude entsteht. "Wir kombinieren hier Tradition und Moderne", so Weinig. Die Entscheidung sei zwar nicht auf den billigsten Ziegel gefallen, aber er habe sehr gute Eigenschaften. "Es ist ein pflegeleichtes Material und wird auch noch in 100 Jahren gut aussehen", erklärt der Architekt. Neben dem Hauptgebäude auf dem Grundstück des früheren Hallenbads werden auch die Spangengebäude zwischen ZOB und Berliner Platz sowie die Begrenzungsmauern des ZOB mit diesem Ziegel verklinkert.

Während es den meisten Besuchern der Baustelle noch Mühe bereitet, sich das fertige Gebäude vorzustellen, vermittelt die Tiefgarage einen sehr konkreten Eindruck davon, wie es hier künftig aussehen wird. Bis zu drei Meter starke Stahlbetonträger spannen sich über die Stellplätze. Darauf lastet künftig das Gebäude. Ohnehin ist die Deckenhöhe für Tiefgaragen ungewöhnlich. "Hier können Vans mit Dachaufbauten problemlos herein fahren", sagt Thomas Weinig. Kunden solle es so einfach wie möglich gemacht werden, die Tiefgarage zu nutzen. Die Bottroper Kommunalpolitiker begrüßen diese Bauphilosophie. Durch die hohen Räume in der Tiefgarage würden Angsträume vermieden.

Sehr zufrieden ist der Architekt mit der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Notwendige Sondergenehmigungen würden zumeist reibungslos erteilt. Auch die Vestische und die Anwohner brächten eine große Akzeptanz für die Belastungen durch die Arbeiten auf.

Im März 2009 sind die Rohbauarbeiten abgeschlossen. Neben dem Einkaufszentrum "Kaufland" entstehen am Berliner Platz weitere Ladengeschäfte und Büroräume.
Berliner Platz am 28. November 2008
Großbildansicht Rege Tätigkeit am Berliner Platz: Die Arbeiten im Untergrund des Bauwerkes sind fast abgeschlossen.

(28.11.2008)