Haldenereignis Emscherblick (Tetraeder)

Bergbauhalde wird zum Ausflugsziel
Treppe am Tetraeder
Zu einem der spektakulärsten IBA-Projekte zählt der Bau einer Tetraeder-Konstruktion als Aussichtsplattform auf einer ehemaligen Bergbauhalde. Mit dem Entwurf zur Gestaltung der Halde wurde das Büro Mediastadt des Darmstädter Architekten Prof. Wolfgang Christ beauftragt. In Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro für Bauwesen Bollinger und Grohmann aus Frankfurt am Main wurde der Tetraeder entwickelt. Das Bottroper Büro Drecker plante die Haldenbepflanzung, der Düsseldorfer Künstler Jürgen LIT Fischer entwarf die Lichtkunst.

Die Baukosten für das Tetraeder betrugen 2,3 Millionen Mark, wobei 2,1 Millionen über das Ökologieprogramm gefördert wurden. Über ein Jahr hatte es gedauert, bis die Konstruktion im Oktober 1995 unter der Regie der Ruhrkohle fertiggestellt war.

Halde und Tetraeder wurden vom KVR übernommen. Der hatte das Haldenereignis Emscherblick um die Treppenanlage (Direttissima) ergänzt. Die Pläne für eine Querung über die südlich angrenzende Prosperstraße sind bereits abgeschlossen. Jetzt fehlt noch das Geld.

Fernsicht auf das Tetraeder

Zur Geschichte:

Halden (Spitzkegelhalden, Tafelberge oder Landschaftsbauwerke) sind "Abfallprodukte" des Bergbaus. Sie sind in der Emscher-Region, die ursprünglich an natürlichen Erhöhungen eher arm war, ein landschaftsprägendes Element geworden. Das Material, aus dem die Halden geschüttet werden, ist sogenannter Abraum. Auf den Halden wurde das Material angeschüttet, das bei Kohleförderung an das Tageslicht gefördert wurde, jedoch für die Weiterverarbeitung unbrauchbar war.

Spaziergänger, Radfahrer oder spielende Kinder haben die Bergehalden mittlerweile als grüne Freizeitoasen entdeckt. Für die Planer wurden sie im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) grüne Trittsteine beim Wiederaufbau und bei der Vernetzung von Landschaften in der Region. Für Künstler wurden sie eine Herausforderung, um neue Akzente in der Wahrnehmung zu setzen.