Im Auftrag der Natur
Die Libori-Kapelle in Feldhausen ist eine beliebte Raststätte für Fahrradfahrer und Fußgänger. Der Schatten der beiden umstehenden Linden sorgt besonders bei warmem Wetter für Abkühlung. Doch einer der ehemals drei etwa 150 Jahre alten Bäume ist "bedroht". Messungen ergaben, dass der Baum von innen hohl ist. Andererseits hat das Naturdenkmal einen Bewohner: Ein Waldkauz richtete sich hier sein Nest ein. Wegen des Baumzustandes muss nun in absehbarer Zeit an der Krone der Linde baumchirurgisch gearbeitet werden. Nicht auszuschließen ist, dass in 15 bis 20 Jahren der Baum eventuell auch gefällt und Ersatz gepflanzt werden muss. Eines ist Ina Olejniczak und ihrem Kollegen Dieter Krauß von der Unteren Landschaftsbehörde aber schon jetzt klar. Einfach wird es nicht sein, den Vogel von dem Baum umzusiedeln. Das kann bis zu zwei Jahre dauern.
Der von der Dinslakener Straße abgehende Scheideweg in Holthausen ist ein weiteres Beispiel für die Arbeit der Unteren Landschaftsbehörde. Dort wurde 1994, zwischen einem Maisfeld und einem Feldweg, ein Grünstreifen angelegt, auf dem neue Bäume und weitere Gehölze in drei Reihen gepflanzt wurden. Zuerst regte sich Widerstand durch einen ansässigen Landwirt, der ein Stück seines zuvor bestellten Landes abgeben musste. Doch nach genauer Vermessung stellte sich heraus, dass das bewirtschaftete Stück Land Stadteigentum war. Des öfteren gibt es Widerstände gegenüber solchen neuen Landschaftsgestaltungen. "Das kann soweit gehen, dass neugepflanzte Bäume oder die Pfähle der Bäume geklaut werden", sagt Ina Olejniczak.
Zum Aufgabengebiet der Behörde gehört auch die Betreuung der Wirtschaft bei der Schaffung von Ausgleichsflächen. So betreute Olejniczak im Jahr 2007 beispielsweise die RAG, die eine Ersatzaufforstung für die Halde Schöttelheide leisten musste. Der Ausgleich entlang des Laufes des Schwarzen Baches war nötig geworden durch das Absinken eines Erlen-Eschen-Waldes. Durch die Ausgleichsfläche konnte der Bach ein neues Bett bekommen, um einige hundert Meter weiter wieder in den bestehenden Bachlauf zu münden. Dazu musste allerdings die 9,5 Hektar große Ausgleichsfläche um bis zu drei Meter vertieft werden. " Das Projekt ist wirklich gelungen und zeigt, wie die unterschiedlichen Interessengruppen mit gutem Willen einen Kompromiss finden können", meint Ina Olejniczak. Mittlerweile ist die Fläche ein beliebtes Ziel für Freilandbrüter wie den Kiebitz.
(19.08.2011)



