alpincenter: Erste Ganzjahresrodelbahn soll im Dezember eröffnen

Rennrodel-Legende Georg Hackl hat fertigen Bahnteil schon einmal in Augenschein genommen


Großbildansicht Auf einem ersten Teilstück testete Georg Hackl die Bottroper Sommerrodelbahn.

Georg Hackl bekommt leuchtende Augen: "Die Geschwindigkeit und das Ding mit der Steilkurve, das ist Rodeln", sagt der erfolgreichste Rennrodler aller Zeiten. "Durch die Fliehkräfte klebt man quasi an der Bahn." Nicht ganz so arg wird es bei der neuen Rodelbahn am alpincenter, deren ersten Bauabschnitt der "Hackl Schorsch" jetzt auf der Bottroper Halde in Augenschein genommen hat. Vielmehr geht es bei der fast 800 Meter langen Bahn, die einen Höhenunterschied von 80 Metern überwindet, um Spaß fast ohne Altersbeschränkung.

Denn jeder Rodler kann in der Bahn mit einem "Panoramakreisel", einem Tunnel, einem "Kamelbuckel" und verschiedenen Steilkurven seine Geschwindigkeit selbst bestimmen. Haben die Rodel doch zwei Bremsen, die im Gefälle von drei bis 15 Prozent eingesetzt werden können. Wer sich traut, kann allerdings mit bis zu 42 Stundenkilometern talwärts brausen - oberhalb dieser Geschwindigkeit greift eine automatische Bremse. Die Fahrzeit dauert entsprechend variabel zwischen zwei und vier Minuten. Auch den Weg zurück zur Bergstation legen die Rodler auf dem Schlitten zurück.


Großbildansicht Für Geschäftsführer Wolfgang Langmeier hat die Rodelbahn eine herausragende Bedeutung.

"Unter allen Investitionen in den vergangenen vier Jahren", erläutert alpincenter-Geschäftsführer Wolfgang Langmeier, "hat diese Attraktion eine herausragende Bedeutung." Nicht allein, weil der "Alpin Coaster" die einzige Ganzjahresrodelbahn in NRW sei, wenn man einmal von der Winteranlage in Winterberg absehe. "Mit der Rodelbahn kommen wir ein ganzes Stück weiter auf dem Weg, das alpincenter zu einer Ganz-Jahres-Attraktion zu machen", glaubt Wolfgang Langmeier.

Die Jungfernfahrt auf der Schienen-Konstruktion war natürlich Georg Hackl vorbehalten. "Toll, welche Aussicht man hier hat", schwärmt der 41-Jährige. Wer durch den "Panorama-Kreisel" fährt, schaut zunächst auf die Kokerei Prosper, dann auf die Skyline von Essen, auf den Gasometer Oberhausen, den Tetraeder und auch auf die Arena "Auf Schalke". Hackl meint ansonsten allerdings zum Panorama rund um die Halde: "Hier sieht man, wie grün das Ruhrgebiet in Wirklichkeit ist."

Der dreifache Olympiasieger und Weltmeister, der sich nach dem Ende seiner Karriere im Jahr 2004 insbesondere der Nachwuchsarbeit verschrieben hat, ist davon überzeugt, dass auch die Bottroper Bahn dazu beiträgt, die Begeisterung für das Rodeln zu wecken.

Allerdings konnte der "Hackl Schorsch" nur eine kurze Strecke der neuen Bahn befahren. Denn die Bauarbeiten an dem 900.000-Euro-Projekt sind noch nicht abgeschlossen. "Die Strecke auf dem Außengelände ist zwar fertig", erklärt Wolfgang Langmeier. "Aber wir wollen die Trasse ja auch durch unsere Skihalle führen. Und da haben sich einige unerwartete Schwierigkeiten ergeben." Schließlich habe bisher noch nie jemand versucht, eine Rodelbahn quer durch ein Gebäude zu bauen. "Die statischen Berechnungen und auch die Maßnahmen des Brandschutzes brauchen mehr Zeit als gedacht." Aber an Nikolaus, so verspricht der alpincenter-Geschäftsführer, da würden die ersten Gäste ins Tal jagen können.

Die neue Bottroper Attraktion ist übrigens keine Sommer-Rodelbahn im klassischen Sinne. Wegen ihrer besonderen Schienenkonstruktion kann sie vielmehr bei jeder Wetterlage genutzt werden. Georg Hackl: "Anders als bei den Wannen-Konstruktionen funktionieren die Bremsen auch bei Feuchtigkeit." Das führt dazu, dass das alpincenter das Rodeln auch im Winter in das "all-inclusive"-Angebot einbauen wird. Wolfgang Langmeier: "Es wird dann ein XXL-Ticket geben, mit dem man Skifahren, Essen und Trinken sowie auch Rodeln kann."

(11.08.2008)