Alpincenter steht stabil

Zwei Ingenieurbüros ermitteln positive Werte zur Standsicherheit
Entwarnung beim Alpincenter. Die Standsicherheit ist weiterhin gewährleistet. Dies hat der städtische Baudezernent Norbert Höving jetzt während einer Pressekonferenz erklärt. Auch Alpincenterbetreiber Vincent van der Valk ist über die jüngsten Messergebnisse erleichtert. Die Interpretation, die Halle stünde kurz vor der Schließung, hätte zu einem Einbruch der Besucherzahlen geführt, sagte van der Valk. Die aktuelle Messung habe nun ergeben, dass die Halle "keineswegs einsturzgefährdet ist, wie von einigen behauptet wurde", erläuterte der niederländische Hotelier.

Durch Setzungsbewegungen der Halde verschiebt sich die Skihalle. Unter besonderer Beobachtung sind deshalb 15 der insgesamt 180 Stützen der Dachkonstruktion. In einem Fall war es im Herbst vergangenen Jahres innerhalb von zwei Monaten zu einer Verschiebung von drei Zentimetern auf insgesamt 22 Zentimetern gekommen. Damit war der zulässige Spielraum von maximal 25 Zentimetern in Sichtweite. Für die einzelne Verschiebung in dieser Größenordnung hatten weder städtische Bauaufsicht noch Alpincenter eine Erklärung. Auf Anraten des Baudezernats wurde die Messung durch ein weiteres Ingenieurbüro nach einer neuen, exakteren Methode wiederholt. Dieses Büro hat Entwarnung gegeben. Tatsächlich hat sich der Stützpfeiler um 17,9 Zentimeter verschoben.

Hatte man zunächst nur zwei Punkte in den bisherigen Messungen herangezogen, um die Neigung des speziell betroffenen Stützpfeilers zu berechnen, so waren es nach der neuen Methode neun Punkte. Um ein möglichst genaues Messergebnis zu erhalten, wurde außerdem der Pfeiler vom Schnee freigelegt und die Messpunkte auf der gesamten Länge des Pfeilers angebracht. Vincent van der Valk betonte während der Pressekonferenz, dass es sich bei den Ergebnissen nicht um ein "Gefälligkeitsgutachten" handele. Um dem Verdacht gleich entgegen zu treten, hatte das ursprüngliche Ingenieursbüro den Pfosten in der vergangenen Woche nochmals mit der "alten" und der "neuen" Methode vermessen und kam dabei ebenfalls zu dem korrigierten Ergebnis. "Wir haben jetzt zwei Messbüros, die das gleiche sagen", so van der Valk. Bis Ende Januar sollen nun alle in Rede stehenden 15 Stützen nach der aufwändigeren Methode vermessen werden. Norbert Höving rechnet mit weiteren korrigierten Ergebnissen. "Wenn auch die anderen Stützen exakt gemessen werden, kann man auch dort von Verbesserungen ausgehen", meint Norbert Höving.

Vincent van der Valk erwartet in den kommenden Jahren weitere Verschiebungen der Stützpfeiler. "Es dauert etwa 80 Jahre, hat man mir gesagt, bis sich die Halde vollständig gesetzt hat", erläuterte der Skihallen-Geschäftsführer. Er bekräftigte, dass er mit Sicherungsmaßnahmen nicht zuwarten würde, bis die Werte kritische Bereiche erreichen würden. Mit dem Einbau von zusätzlichen Stahlträger könnten beispielsweise weitere Verschiebungen verhindert beziehungsweise deutlich verlangsamt werden.

Im September vergangenen Jahres waren 15 der 180 Pfeiler, die die Hallendachkonstruktion tragen, durch zwei Tonnen schwere Betonklötze abgesichert worden. Damit wurde erreicht, dass die Standfestigkeit bis zu einer Neigung von 25 Zentimetern pro Pfeiler gewährleistet ist. Die nicht auf diese Weise zusätzlich abgesicherten Pfeiler dürfen sich bis zu 20 Zentimetern verschieben.

Zu den weiter angedachten Sicherungsmaßnahmen gehört die Anschüttung in dem Bereich der Halde, wo die 15 Pfeiler stehen. Ein Bauantrag hierfür wurde Ende vergangenen Jahres vom Alpincenter bei der Stadt gestellt. "Zwei Gutachter werden prüfen, ob die Halle dadurch wirksam stabilisiert werden kann", betonte Baudezernent Höving zum weiteren Verfahren.

Die Skihalle wurde im Jahr 2000 eröffnet. Durch die Setzungen der Halde kommt es seitdem zu Verschiebungen in der Halle, die zunächst jährlich gemessen wurden. Mittlerweile werden die Bewegungen alle sechs Wochen ermittelt. Norbert Höving sagte denn auch: "In Bottrop gibt es kein anderes Gebäude, dass so streng beobachtet wird."
Podium
Messingenieur Sven Rosendahl (rechts) erläutert die unterschiedlichen Messmethoden. Vincent van der Valk (v.l.), Norbert Höving und Dr. Peter Linzner von der Stadtverwaltung sehen die Standsicherheit der Skihalle gesichert.

(17.01.2012)



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