Die Städte Mülheim und Bottrop bewerben sich gemeinsam um Fachhochschulgründung
"FH Westliches Ruhrgebiet" soll Schwerpunkte Technik, Naturwissenschaften und Informatik haben.
Die Städte Mülheim an der Ruhr und Bottrop haben heute (15. August 2008) in Düsseldorf eine gemeinsame Bewerbung zur Einrichtung einer "Fachhochschule Westliches Ruhrgebiet" abgegeben. In Kooperation mit der Unternehmerverbandsgruppe, der Industrie- und Handelskammer Ruhr und mit der Unterstützung zahlreicher Unternehmen soll am Hauptstandort in Mülheim und einem weiteren Standort in Bottrop eine ingenieurwissenschaftliche Fachhochschule für 2.500 Studierende entstehen. Die beiden Städte bewerben sich um eine der drei FH-Gründungen, die das Landesministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie zum 15. August ausgeschrieben hatte.
Bei einer begleitenden Vorstellung der Bewerbungsschrift heute in Mülheim erläuterten die Mülheimer Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und der Bottroper Erste Beigeordnete Dr. Klemens Kreul zum Ziel der gemeinsamen Initiative: "Eine neue Fachhochschule bindet Absolventen in der Region und sichert den hier ansässigen Unternehmen Fach- und Führungspersonal für die nächsten Jahre." Darüber hinaus stärke die Fachhochschule die Innovationskraft der hiesigen Unternehmen und setze Impulse zur weiteren Bewältigung des Strukturwandels im westlichen Ruhrgebiet. "Deshalb profitieren sowohl die Mülheimer als auch die Bottroper Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen in den beiden Städten, ja in der ganzen Region von der gemeinsamen Bewerbung der beiden Städte", betonten Mühlenfeld und Dr. Kreul.
Die "Fachhochschule Westliches Ruhrgebiet" soll für 2.500 Studierende eine anwendungsbezogene Ausbildung in siebensemestrigen Bachelor- und viersemestrigen Masterstudiengängen anbieten. Die Studienangebote sollen dabei im Dialog mit Schulen, Hochschulen und der Wirtschaft in der Region entwickelt werden. Angeboten werden sollen in den ausgeschriebenen Schwerpunktbereichen Technik, Naturwissenschaften und Informatik Studiengänge wie beispielsweise Energietechnik, Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen, Biomedizintechnik und Informatik.
Als Hauptstandort mit etwa 2.000 Studierenden ist die Ruhrbania-Ruhrpromenade in Mülheim vorgesehen. Weitere 500 Studierende sollen in Bottrop an einem zentral gelegenen Standort an der Hans-Sachs-Straße auf dem Gelände zweier ehemaliger Grundschulen betreut werden.
Mit Blick auf die spezielle Bottroper Motivation verwies Dr. Klemens Kreul auf die Situation der Stadt als "Kohlerückzugsgebiet": "Die Auswirkungen der Kohlebeschlüsse haben aufgrund der vielen Verflechtungen gravierende Konsequenzen für die Stadt und die Region. Es muss uns gelingen, für die weg brechenden Arbeitsplätze adäquate hochwertige Ersatzarbeitsplätze anzubieten. Unternehmen, die diese Arbeitsplätze haben, suchen aber nur Standorte mit einer ausgebauten Wissenschaftsinfrastruktur." Nicht ohne Grund habe der Wissenschaftsminister in seiner Ausschreibung ja auch deutlich darauf hingewiesen, dass 5.000 der neu zu schaffenden Studienplätze in den "Kohlerückzugsgebieten" entstehen sollen.
"Ich glaube", so der Bottroper OB-Vertreter, "dass durch Einrichtung einer FH weitere Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen in die Region gezogen werden können. Wir alle wissen, dass Innovation und wissensbasierte Wirtschaft nicht nur Eckpfeiler der Ziel-2-Förderung sind, sondern auch die Zukunft eines Standortes entscheidend mitprägen."
(15.08.2008)


